Anhaltender Trend Urban Gardening

Garten

Vom Schrebergarten zum Gemeinschaftsgarten

Die Geschichte der Kleingärten startete in den 1860er Jahren ...

... als man erkannte, dass körperliche Betätigung im Freien einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit der Bevölkerung leistet. Aus einer zunächst lokalen Initiative entstand ein rühriges Vereinswesen: Die sogenannten Schrebervereine, benannt nach dem Leipziger Arzt Moritz Schreber, wurden gegründet. Parzellierte Kleingartengebiete schossen überall aus dem Boden, auf denen jeder ein Stück Land bewirtschaftete und oft auch ein kleines Schrebergartenhaus darauf erbaute. Heute erlebt diese Kleingartenbewegung eine neue Renaissance und erfreut sich gerade bei jungen Menschen, die sich in einer zunehmend technisierten Welt nach mehr Anbindung an die Natur sehnen, großer Beliebtheit. Seit den 1970er Jahren hat sich ergänzend hierzu ein neuer Trend herausgebildet: Urban Gardening. Dieser Trend ist die kosmopolitische Weiterführung der Kleingärtenidee auf einer mehr gemeinschaftlichen Basis, gemünzt auf die Bedingungen einer Großstadt.

Urban Gardening – wie die Idee entstand

Einer der ersten Gemeinschaftsgärten, der Liz Christy Bowery Houston Garden, wurde 1973 in New York von der Künstlerin Liz Christy gegründet. Man könnte die Aktivitäten rund um die Gründung dieses Gemeinschaftsgartens als Guerilla Gardening bezeichnen, als eine Grasroot-Bewegung, eine Graswurzelbewegung also, die aus der Basis der Bevölkerung entsteht. Eine gesellschaftliche Initiative mit ganz neuem Ansatz, nämlich brachliegende verwahrloste Grundstücke im Herzen der Großstadt wieder in blühende Landschaften zu verwandeln. Diese urbanen Gärten sollen nicht privat, sondern gemeinschaftlich bewirtschaftet werden, sie sind „offene“ Orte und bieten Zugang für jedermann. Häufig gilt es dann zunächst die Besitzverhältnisse an dem Grundstück zu klären, denn dieses wird ja sozusagen in Beschlag genommen, obwohl es Dritten gehört. Meist kann es temporär gepachtet werden. Nicht zuletzt wegen des ungeklärten „Bleiberechts“ werden Obst, Gemüse und Kräuter häufig in transportablen Behältnissen angebaut, um jederzeit mobil und für einen Umzug bereit zu sein.

Dachgärten in aller Welt en vogue - grüner Trend von New York bis Berlin

Ob in Sydney, Singapur, Tokio, New York oder Berlin: Der Langzeit-Trend Urban Gardening gewinnt an Bedeutung, findet immer mehr Sympathisanten und passt in Zeiten des Klimawandels zu einer fortschrittlichen Art und Weise innerstädtischer Begrünung. Der knappe Raum in den Großstädten ist teuer und muss gut genutzt werden. In Singapur, einem Stadtstaat mit knappem Wohnraum, haben sich Firmen darauf spezialisiert auf den Dächern der Hochhäuser Blattgemüse und Kräuter anzubauen, um diese nicht teuer einführen zu müssen. In Berlin gibt es zahlreiche Bürger- oder Nachbarschaftsgärten. So wird beispielsweise im Prinzessinnengarten am Moritzplatz gemeinschaftlich eine ehemalige Brachfläche bewirtschaftet. Das Projekt lebt den Gedanken des Gemeinguts und leistet als urbaner und interkultureller Garten einen wertvollen Beitrag zur sozialen und ökologischen Infrastruktur der Landeshauptstadt. Auf den Dächern der Großstädte sind noch viele weitere verblüffende Nutzungsmöglichkeiten möglich. Diese reichen von einfacher Dachbegrünung über auf den Dächern angelegten Sportplätzen und Swimmingpools, Rooftop-Party-Locations, Urban Farming Flächen – also dem Anbau von Gemüse und Kräutern gewidmeten Flächen – bis hin zu oft auch gemeinschaftlich genutzten grünen Oasen.

Urban Gardening für alle: Jeder kann mitmachen 

Machen Sie doch einfach mit. Zum Beispiel Zuhause in Form eines vertikalen Gartens, der an Haus-, Terrassen- und Balkonwänden angelegt werden kann, oder indem Sie einfach in Ihrer Stadt dazu beitragen, dass diese grüner wird. Eine ebenso einfache wie effektive Möglichkeit besteht darin, im urbanen Raum überall dort, wo sich öffentliche Plätze in triste, vernachlässigte Grünflächen verwandelt haben, Samen auszusäen oder Pflanzen einzupflanzen. Im Handel erhältlich sind sogenannte Seedbombs, zu Deutsch Samenbomben, auch eine Idee des Urban Gardening bzw. des Guerilla Gardening. Seedbombs, das sind kleine harte Kügelchen aus Ton, Erde und Saatgut. Sie lassen sich über eine größere Distanz auf eine brachliegende Fläche werfen, man kann sie aber auch einfach irgendwo auf Erdreich ablegen oder dorthin rollen. Sie sollen nicht eingegraben werden, sondern verbleiben auf der Erdoberfläche und werden durch den ersten Regen aktiviert. Nicht zuletzt können Sie sich einer bestehenden Urban Gardening Initiative in Ihrer Stadt anschließen oder selbst eine gründen. Nutzen Sie jede freie Fläche, z. B. auf Ihrer Gartenmauer, um diese mit genügsamen Pflanzen wie bspw. Dachwurz, auch Hauswurz genannt, zu begrünen. Kommen Sie zu uns ins Nemann Gartencenter in Vechta, genießen Sie die atemberaubende Auswahl an Pflanzen und an Gartenbedarf und freuen Sie sich über eine freundliche und fachkundige Beratung.

DIY Seedbomb

Die Herstellung von Samenbomben der Marke Eigenbau ist kinderleicht. Wir brauchen dazu:

  • Saatgut (am besten von heimischen Pflanzen wie Mohn oder Sonnenblumen)
  • Pflanzenerde
  • Wasser

Wir geben 1 Teil Saatgut und 5 Teile Erde in einen großen Eimer und mischen die Zutaten für unsere Seedbomb gut durch. Dann geben wir Wasser hinzu, bis eine knetbare Masse entsteht. Aus dieser formen wir walnussgroße Kugeln und legen jede einzelne Kugel zum Trocknen in die Waben eines Eierkartons. Nach zwei, drei Tagen sind die Seedbombs getrocknet und können mit dem ersten Frühlingserwachen auf den Grünflächen im städtischen Raum oder aber im heimischen Garten oder den hauseigenen Balkonkästen verteilt werden.